|
Warum Ausgeschlafene eher gesund sind.
In diesem Beitrag möchten ich erklären, wie wichtig Schlaf für uns Menschen ist - und was passieren kann, wenn wir nicht genug schlafen.
Die Bedeutung eines gesunden Schlafes wird von Vielen stark unterschätzt.
"Dick, dumm und krank durch falschen Schlaf, das ist gar nicht zu sehr übertrieben.", sagte ein Experte aus der Schlafforschung. "Man kann es allerdings netter formulieren."
Der Schlaf fügt sich aus 4 Ebenen zusammen, wobei der Tiefschlaf sowie der leichte Traumschlaf als besonders wesentlich gelten. Diese Ebenen wechseln sich mehrmals ab. Bei Personen, die zu wenig Schlaf bekommen, erhöht sich der Anteil des Tiefschlafes, wodurch die wichtigen Funktionen der anderen Schlafebenen vernachlässigt werden. Immer mehr Studien belegten, dass Kurzschläfer eine geringere Lebenserwartung haben. Zunehmend fehlt eine positive Einstellung zu einer gesunden Schlafkultur.
Bei Kindern und jungen Erwachsenen werden Wachstumshormone während des Schlafes freigegeben. Ein Tag-Nachtzyklus von ungefähr 24 Stunden hat eine große Auswirkung auf das TIMING, die Menge und die Qualität des Schlafes. Erwachsene Menschen benötigen 7-8 Stunden Schlaf pro Nacht. Einzelne Menschen benötigen weniger Schlaf um sich morgens fit zu fühlen.
Schlafstörungssymptome:
- Sie werden morgens nicht richtig wach
- Sie wachen morgens sehr früh auf und können nicht weiterschlafen
- Schwierigkeit beim Konzentrieren
- Sie ermüden schnell bei Ihrer Arbeit
- Gefühle der Depression, der Angst, der Launenhaftigkeit oder der allgemeinen Reizbarkeit
- Eine unruhige Empfindung in den Beinen nachts
- Regelmäßig schnarchen mit aussetzendem Atem
- Während der Nacht häufig aufwachen
- Sie haben ab Mittag öfter Kopfschmerzen
Warum kann man durch schlechten Schlaf runder werden? Beim Schlafen verbraucht unser Körper beinahe soviel Energie wie im Wachzustand. Im Schlaf wird daher das appetithemmende Hormon Leptin ausgeschüttet, sodass wir nicht hungrig aufwachen. Wird der Schlaf aber unterbrochen, kehrt der Hunger zurück. Der Körper möchte die Reserven wieder auffüllen. Häufig kompensierten Schlafgestörte deshalb ihr Unbehagen mit dem Gang in die Küche und nehmen zusätzliche Kalorien zu sich. Der Körper gewöhnt sich an die nächtlichen Köstlichkeiten, weckt Sie regelmäßig und treibt Sie in die Küche, damit Sie ihn "belohnen". Also auf zur "Durchschlaf-Diät"!
Wird unsere Psyche durch den Schlaf belastbarer?
Personen, die gut schlafen, lassen sich auch tagsüber kaum aus der Ruhe bringen.
Doch jeder, der vor einer Prüfung nicht gut geschlafen hat, wird - unabhängig von seinem Können - sich nur schwer konzentriert können. Aber auch der alltägliche Stress, der leider zu unserer Gesellschaft gehört, kann eine nicht "ausgeschlafene Person" leichter krank machen und die Schafprobleme verstärken. Es entsteht ein Kreislauf, den Viele nur im Urlaub oder einer Kur unterbrechen oder beenden.
Im Traumschlaf werden alle Erlebnisse und gerade auch Ängste verarbeitet. Dies ist für Ihre Psyche sehr wichtig.
Personen die nachhaltig unter Schlafstörungen leiden, sollten sich informieren welche Therapeuten ihnen helfen können. Falls Sie glauben, dass psychische Belastung die Ursache der Schlafstörung ist, ist dies unbedingt anzuraten.
Wird man durch guten Schlaf schlauer?
Wir speichern Wissen im Tiefschlaf ab. Wer zu wenig Tiefschlaf bekommt, vergisst deutlich leichter. Auch ein aktiver Tiefschlaf mit einem unbehinderten Bewegungsablauf (Matratzen dürfen Bewegungen nicht behindern) ist wichtiger als uns bewusst ist.
Im Traumschlaf werden dann motorische Fähigkeiten wie Fahrradfahren, Arbeiten sowie Emotionen verarbeitet. (In dieser Ebene bleiben Sie nahezu bewegungslos, was bei lebhaften Träumen auch sicherer ist).
Gerade wenn neue Fähigkeiten erlernt werden, ist der Schlaf die Basis des Erfolges. Bei Schülern und bei der Arbeit ist ein kurzer (15-30 Minuten) Mittagsschlaf sehr positiv. Man sollte aber beobachten, ob der nächtliche Schlaf durch den Mittagsschlaf gestört wird.
Warum wird man krank?
Jede Zelle unseren Körpers braucht die Schlafphasen / Schlafebene um sich zu regenerieren. Ihr Körper ist dann an allen "Baustellen" aktiver als in den Wachzustand. Wenn Sie nicht gut schlafen, reicht die Zeit zur Regeneration nicht aus. Da dieses Thema sehr umfangreich ist, fragen Sie bitte hierzu Ihren Arzt.
Nun - wie schläft man denn besser? Es ist wichtig, dass wir uns auf die Nacht einstellen, und uns im Bett wohlfühlen.
Menschen mit Schlafstörungen sollten folgende Tipps beachten, bevor Sie zu "Schlafhelfern" greifen, die ihre Probleme nur tarnen aber zugleich neue schaffen.
1. Gut gelagert, für mehr Genuss! Gilt nicht nur beim Wein.
In Ihrem Schlafzimmer sollten Sie sich richtig wohl fühlen. Achten Sie auf die richtige Temperatur (16 bis 18 Grad Celsius) , frische Luft, gute Verdunklung und angenehme Gestaltung. Schalten Sie Lärmquellen aus.
Ihr Schlafsystem (Unterfederung, Matratze, Bettdecke) sollte genau auf Sie abgestimmt werden, damit Sie entspannt liegen. Fachhändler beraten Sie hier ausführlich.
Idealerweise sollte das Zimmer nur für die Nacht da sein und nicht auch als Arbeitszimmer oder Abstellkammer dienen.
Tagsüber getragene Wäsche gehört nicht neben das Bett.
Achten Sie auf eine schadstofffreie Schlafumgebung.
2. "Wachmacher" nachmittags vermeiden
Verzichten Sie auf Kaffee, Cola, schwarzen und grünen Tee nach dem Mittagessen. Koffein hat eine stimulierende Wirkung, die bei empfindlichen Menschen bis zu 14 Stunden anhalten kann.
3. Kein Alkohol am Abend! Meiden Sie Alkohol mindestens in den drei Stunden vorm Zubettgehen. Alkohol kann das Einschlafen zwar beschleunigen, führt aber in der zweiten Nachthälfte zu Durchschlafproblemen.
4. Keine Zigaretten nach 19 Uhr! Auch Nikotin wirkt stimulierend und stört den Schlaf. Durch Rauchen verursachte Lungenschäden beeinträchtigen die Nachtruhe.
5. Nicht mit vollem Magen ins Bett! Drei Stunden vor dem Schlafen keine größeren Mengen essen und trinken! Denn das steigert die Magen- und Darmaktivität und lässt den Schlaf unruhiger und oberflächlicher werden.
6. Sport treiben - aber abends nicht verausgaben! Bei starken Anstrengungen wird das Sympathische Nervensystem angeregt, dass den Körper in Leistungsbereitschaft versetzt. Sie fühlen sich hellwach! Bis es wieder heruntergefahren ist, vergehen einige Stunden. Aktivität am Tag verlängert jedoch die Tiefschlafanteile und kann zu besserem Schlaf führen.
Sex am Abend ist nicht dem Sport gleichzusetzen und fördert den Schlaf.
7. Entsorgen Sie die Sorgen! Lassen Sie den Tag langsam ausklingen und verrichten Sie zwei Stunden vor dem Schlafengehen keine anstrengenden geistigen und körperlichen Tätigkeiten mehr. Menschen, die Sorgen oder Gedanken schwer loslassen können, kann es helfen diese abends aufzuschreiben und wegzuwerfen.
8. Einschlafritual erfinden! Regelmäßigkeit direkt vor dem Schlafen: Immer bestimmte Musik hören, den gleichen kurzen Spaziergang machen oder immer in derselben Reihenfolge Zähne putzen, Licht löschen, Haustür abschließen. Stimmen Sie den Körper aufs Schlafen ein. Kinder haben noch dieses Bewusstsein wie wichtig Einschlafrituale sind – wird können von Ihnen lernen!
9. Nachts nichts essen! Der Körper gewöhnt sich schnell an die nächtlichen Naschereien, bald weckt er Sie regelmäßig und treibt Sie zum Kühlschrank.
10. Nachts kein helles Licht! Vermeiden Sie helle Beleuchtung, wenn Sie nachts aufwachen. Helligkeit wirkt als Wachmacher und bringt die innere Uhr aus dem Takt.
11. Nachts nicht auf die Uhr gucken! Der Blick auf die Uhr löst meist negative gedankliche und körperliche Reaktionen aus, die den Schlaf behindern. Drehen Sie den Wecker, sodass Sie ihn nachts nicht sehen können.
12. Müde ins Bett!
Gehen Sie erst dann zu Bett, wenn Sie wirklich müde sind, aber dann sofort.
Besonders tückisch: Kurzes Einschlafen vor dem Fernseher oder über dem abendlichen Buch.
13. Das Bett ist nur zum Schlafen da! Nicht im Bett fernsehen, essen, lesen, grübeln, streiten, telefonieren oder arbeiten. Kinder sollten aber ruhig Ihr Lieblingsbuch mit ins Bett nehmen, solange sie damit schnell einschlafen.
14. Nicht wach liegen!
Jeder ´Mensch wird nachts mehrmals wach, ohne sich daran zu erinnern. Das Problem beginnt, wenn Sie nicht sofort wieder einschlafen und bemerken, dass Sie wach sind. Wenn Sie nicht einschlafen können, stehen Sie auf und gehen in einen anderen Raum. Tun Sie etwas entspannendes (zum Beispiel ruhige Musik hören) und gehen Sie erst wieder ins Bett, wenn Sie sich richtig schläfrig fühlen. Wenn Sie dann immer noch nicht einschlafen können, wiederholen Sie das Ganze. Stehen Sie immer zur gleiche Zeit auf. Wenn Sie nicht in einer leichten Schlafebenne geweckt werden, fühlen Sie sich unwohl. Obwohl Sie eigentlich gut geschlafen haben, glauben Sie dass Sie nicht "ausgeschlafen" sind.
15. Schlafmittel nur unter fachlicher Beratung verwenden! Baldrian und Hopfen können dagegen hochdosiert und regelmäßig eingenommen werden. Vorher sollten aber die oben genannten Ratschläge befolgt werden.
16. Wenn Sie morgens weiterhin verspannt und müde aufstehen, empfehle ich Ihnen umgehend einen Fachmann um Rat zu fragen, der Ihre Schlafumgebung und Ihr Schlafsystem vor Ort prüft und - falls notwendig - erneuert.
Das gleiche wird empfohlen, wenn Ihre Matratze oder Unterfederung älter als 8-12 Jahre sein sollte, da diese ausgeschwitzte Schadstoffe/ Keime aufnahm.
Vorsicht ist im Handel geboten, wenn sich ein Fachhändler zum Schlafforscher ernennt oder Ihnen erklärt, sein Bettsystem löse alle Probleme weil es angemessen würde. Kaum eine Person die Rückenschmerzen hat kann beim Probeliegen im Geschäft erfühlen, welche Matratze auf Dauer angenehm stützt. Was macht man mit einer angemessenen Matratze, die bei längerem liegen unbequem ist?
Fragen Sie beim Probeliegen ruhig, ob Sie Zuhause Testen dürfen oder ob es eine Zufriedenheitsgarantie gibt. Für solche Systeme lohnt es sich etwas mehr Geld zu investieren, da gerade die scheinbar billigen Systeme Ihren Zweck nicht dauerhaft erfüllen und bei empfindlichen Person frühzeitig ersetzt werden müssen.
Aber nicht alle günstigen Schlafsysteme sind schlecht und reichen für unempfindliche Personen aus.
Es gibt erhebliche Unterschiede bei den jeweiligen Preislagen, gute Fachhändler können Ihnen diese Erklären.
17. Wenn das Bett nicht die Ursache ist, können Therapeuten und Ärzte Ihnen helfen wieder zur Ruhe zu kommen und die Ursachen zu finden.
Ich wünsch Ihnen einen guten Schlaf. Sie können selbst schon viel dafür tun.
Ich hoffe ich habe alle Tipps verständlich erklärt und stehe für Fragen zur Verfügung. Dieser Text darf gern frei verwendet werden, soweit die Quelle genannt wird.
Quelle: Ralf Streibel
Ralf.Streibel@gmx.de
|